„Jüngerschaft: Väter und Mütter in Christus werden“
Liebe
Leserinnen und Leser dieses Wochenbriefes!
Auf die Phase der
„Kindheit in Christus“ folgt die geistliche Entwicklungszeit der „Jungen Männer
und Frauen in Christus“, die im Laufe der Jahrzehnte der Nachfolge zu „Vätern
und Müttern in Christus“ heranreifen (vgl. 1. Joh. 2, 12-14). Was kennzeichnet
sie?
1. Gott kennen
Ihr habt den
erkannt, der von Anfang an ist.
1. Johannes 2, 13.14
Väter und Mütter
in Christus haben jahrzehntelang ihre persönliche Beziehung zu Gott gepflegt.
Sie haben ihn immer mehr erkannt, Gottes Wesen und Gottes Willen sind ihnen
immer vertrauter geworden. Deshalb ist ihr Glaube fest und tragfähig, auch in
schweren Zeiten und mit offenen Fragen. Sie können felsenfest Gott vertrauen,
auch ohne alles zu verstehen.
2. Innengeleitet
durch Wort und Geist
Unterdrückt
nicht das Wirken des Heiligen Geistes.
Verachtet nicht die Weisungen, die er euch gibt. Prüft aber alles,
und nehmt nur an, was gut ist. Von jeder Art des Bösen haltet euch fern!
1. Thessalonicher 5, 19-22 (GNB)
Das Wort Gottes
und die Impulse des Heiligen Geistes sind für Väter und Mütter in Christus
immer mehr der Kompass ihres Lebens grundsätzlich und auch des konkreten
Alltags geworden. Aus der engen gewachsenen Beziehung zu Christus vermögen sie
zu unterscheiden und ihre Wahrnehmung und ihr Urteilsvermögen sind geistlich immer
treffsicherer geworden. Sie lassen sich von innen leiten und werden deshalb immer
unabhängiger von äußeren, machtvollen oder auch bedrohlichen Faktoren.
3. Mit Gottes
Augen sehen lernen
Wir richten
unseren Blick nämlich nicht auf das, was wir sehen, sondern auf das, was jetzt
noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare ist vergänglich, aber das Unsichtbare
ist ewig. 2. Korinther
4, 18 (NGÜ) Nicht das Sichtbare, sondern das Unsichtbare prägt das Vertrauen. Äußerliches
spielt eine sehr untergeordnete Rolle, Innerliches zu empfinden bei sich selbst
und anderen führt zu einer tieferen Wahrnehmung. Nicht immer noch mehr Wissen
ist der Fokus, sondern die angemessene Anwendung des Wissens, die Weisheit, die
Gott wirkt.
4. Charakterzüge
Jesu Christi
Die Frucht
hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden,
Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Galater 5, 22 (NGÜ) Jahrzehntelange
Nähe zu Jesus, Aufrichtigkeit vor Gott, Demut im Entgegennehmen von Kritik,
beständiges Umkehren, hingebungsvoller Dienst an anderen in Reich Gottes und
Gemeinde und Beständigkeit in geistlichen Übungen lassen immer mehr Züge des
Charakters von Jesus durchscheinen. Suchende Menschen und junge Christen fühlen
sich von solchen Vätern und Mütter in Christus angezogen und lernen gerne von
ihnen als Vorbildern.
5. Geistliche
Elternschaft – Dienst an den nächsten Generationen
Wir
verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des Herrn und seine Macht und
seine Wunder, die er getan hat. (…) dass sie setzen auf Gott ihre Hoffnung
und nicht vergessen die Taten Gottes, sondern seine Gebote halten. Psalm 78, 4b.7 (LB) Für Väter und
Mütter in Christus haben das Heil, das Wohl und die Entwicklung der nächsten
Generation(en) Priorität, aus ewiger Perspektive überwinden sie immer mehr die
Fixierung auf sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse und bringen gerne Opfer,
damit die Gemeinde Jesu und das Reich Gottes mit der neuen Generation weiter
wächst. Sie leben mit ansteckender, ewiger Perspektive! Es lohnt sich also,
täglich in der Jüngerschaft zu wachsen, um ein Vater oder eine Mutter in
Christus zu werden! – Über diese und ähnliche Zusammenhänge haben wir im
Gottesdienst am 10. Mai mit Pastor André Peter, Regional-Referent Nord des
BEFG, nachgedacht.
Steffen
Kahl-Gaertner, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde Bremen, 10.
Mai 2026 (KW 20)