„Zur Ruhe kommen (2)“
Gott ist unsre Zuversicht und Stärke,
eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!
Psalm 46, 2.11 (LB2017)
Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels:
Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen;
durch Stille-Sein und Vertrauen würdet ihr stark sein.
Jesaja 30, 15 (LB2017)
Nein, still und ruhig ist mein Herz, so wie ein sattes Kind im Arm der Mutter –
still wie ein solches Kind bin ich geworden.
Volk Israel, vertrau dem HERRN von jetzt an und für alle Zukunft!
Psalm 131, 2.3 (GNB)
Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.
Hebräer 4, 9 (LB2017)
Liebe Leserinnen und Leser dieses Wochenbriefes!
„In der Ruhe liegt die Kraft.“, sagt der Volksmund und stimmt damit mit der Bortschaft des Alten und Neuen Testaments überein. Wer immer wieder aus der Stille in der Gegenwart Gottes lebt, kommt regelmäßig innerlich zur Ruhe, weil der Blick von den beunruhigenden Umständen auf den gegenwärtigen Herrn Jesus Christus und den allmächtigen Gott und Vater gelenkt wird. Gott-Vertrauen, ja Ur-Vertrauen fällt in der Regel nicht vom Himmel, sondern wächst in der regelmäßigen stillen Konzentration auf Gott: „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“
Nach Jesaja 30,15 wächst aus Stille-Sein und Vertrauen Stärke. Heute sprechen Belastungs-Forscher davon, dass in Zeiten wie den unseren „Resilienz“ entscheidend ist: Widerstandskraft, mit der wir innerlich den Belastungen trotzen können. Es mag vorerst verlockend erscheinen, sich auf sich selbst zu verlassen („Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott!“), aber allzu häufig bleibt der Mensch erschöpft und verzagt zurück. Davor warnte schon der alte Prophet Jesaja im 6. Jahrhundert v. Chr.!
Der berühmte König und Liederdichter David schreibt an seinem Lebensende: „Nein, still und ruhig ist mein Herz, so wie ein sattes Kind im Arm der Mutter – still wie ein solches Kind bin ich geworden.“ David hat immer neu – teilweise sehr schmerzhaft! – lernen müssen, aus dem Vertrauen zu Gott zu leben und zu handeln. Wir lesen von ihm angesichts massiver Bedrohungen: „David aber stärkte sich in dem HERRN, seinem Gott,“ (1. Samuel 30, 6c) So wird er ein Mensch, der „gestillt“ von Gott selbst vertrauensvoll leben und auch sterben kann. Was für ein einladendes Bild: Wenn wir die Stille bei Gott suchen, ist das so, als wenn wir uns an einer göttlichen Brust satt trinken dürfen. Vielleicht hilft uns dieses biblische Bild dazu, auf den Geschmack der Stille zu kommen…
So können wir diese sommerliche Betrachtung über das „Zur-Ruhe-kommen“ mit einem Ausruhezeichen abschließen: „Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.“ Hebräer 4, 9 (LB2017) Je häufiger wir uns auf die Stille in Gottes Gegenwart einlassen, desto mehr wird unser Grund-Vertrauen wachsen, dass uns hilft, aus der Ruhe heraus zu leben und zu handeln. Es stimmt wirklich: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Beides wächst aus dem Stille-Sein bei Gott.
Steffen Kahl, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde Bremen, 02. August 2026 (KW 32)
Hinweis: Am 9.8. (Open-Air-Gottesdienst, Marktplatz, Gemeinsam für Bremen), am 16.08. (gemeinsamer Konzert-Gottesdienst in der Hoffnungskirche) und am 23.8. (Taufe an der Weser) wird es KEINEN Wochenbrief geben.