„Was wirklich Sinn macht!“ (2): Halloween? Reformation?
Liebe Leser/innen dieses Wochenbriefes!
🎃 Halloween – Bedeutung und Ursprung
Halloween wird jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert. Der Name stammt aus dem Englischen und ist eine Kurzform von „All Hallows’ Eve“. Das bedeutet „der Abend vor Allerheiligen“, das am 1. November gefeiert wird. Der Ursprung von Halloween geht auf das keltisch-heidnische Fest Samhain zurück. Die Kelten feierten damit das Ende des Sommers und den Beginn der dunklen Jahreszeit. Sie glaubten, dass in dieser Nacht die Welt der Lebenden und die Welt der Toten besonders nah beieinanderliegen würden.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich Halloween zu einem Fest, das heute vor allem in den USA sehr beliebt ist, aber inzwischen auch in Deutschland zunehmend gefeiert wird. Kinder und Erwachsene verkleiden sich als Hexen, Vampire, Geister oder andere gruselige Gestalten. Viele Menschen schmücken ihre Häuser mit Kürbissen, Spinnennetzen und Skeletten. Kinder ziehen von Haus zu Haus und rufen „Süßes oder Saures“, um Süßigkeiten zu sammeln. Die Bedeutung von Halloween heute: Halloween ist vor allem ein Fest des Gruselns, der Fantasie und des gemeinsamen Feierns. Viele Menschen nutzen den Tag, um sich zu verkleiden, Partys zu veranstalten und Spaß miteinander zu haben.
✝️ Der Reformationstag – Bedeutung und Ursprung
Der Reformationstag wird ebenfalls jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert. Er erinnert an die Reformation, eine wichtige Veränderung innerhalb des Christentums im 16. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht der Mönch, Theologieprofessor und Reformator Dr. Martin Luther. Er entlarvte verschiedenen Praktiken der katholischen Kirche als unbiblisch. Besonders kritisierte er den Ablasshandel, bei dem Menschen Geld zahlten, um nach damaliger Vorstellung die Strafen für ihre Sünden zu verringern.
Der Überlieferung nach veröffentlichte Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen. Darin forderte er eine Diskussion über die Missstände in der Kirche. Seine Gedanken verbreiteten sich schnell und führten zu großen Veränderungen im Christentum. Daraus entwickelte sich unter anderem die evangelische Kirche in Deutschland, die protestantischen Kirchen weltweit.
Luther betonte, dass der Mensch durch den Glauben an Gott und nicht durch den Kauf von Ablässen Erlösung erlangen könne. Außerdem war es ihm wichtig, dass die Menschen die Bibel selbst lesen und verstehen können. Deshalb übersetzte er die Bibel ins Deutsche und trug damit zur Verbreitung der deutschen Schriftsprache bei. Die Schlagworte der Reformation sind: „Allein Christus!“, „Allein der Glaube!“, „Allein die Gnade!“, „Allein die Schrift!“
· Sola Scriptura (Allein durch die Schrift): Die Bibel ist die einzige Richtschnur für den christlichen Glauben und das kirchliche Handeln, nicht die Tradition der Kirche oder der Papst.
· Sola Fide (Allein durch den Glauben): Der Mensch erfährt Rettung und Rechtfertigung vor Gott ausschließlich durch sein Vertrauen und Glauben, nicht durch gute Werke oder den Kauf von Ablassbriefen.
· Sola Gratia (Allein durch die Gnade): Die Erlösung des Menschen ist ein unverdientes Geschenk Gottes (Gnade) und kann nicht erarbeitet oder erzwungen werden.
· Solus Christus (Allein Christus): Einzig und allein Jesus Christus ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen sowie das Haupt der Kirche.
Der Reformationstag hat also ein bedeutungsvolles christliches Schwergewicht – Halloween ist dagegen ein sinnentleertes heidnisches Leichtgewicht mit geistlich zweifelhaften Ursprüngen. Deshalb feiern Christen den Reformationstag am 31. Oktober!
Steffen Kahl, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde Bremen, 08. November 2026 (KW 45)