„Neues erkennen und sich darauf einlassen“
Gott führt sein Volk aus der Gefangenschaft
So spricht der HERR, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe die Riegel eures Gefängnisses zerbrochen, und zur Klage wird der Jubel der Chaldäer. Ich bin der HERR, euer Heiliger, der ich Israel geschaffen habe, euer König.
So spricht der HERR, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht – da liegen sie, stehen nicht wieder auf, sind verglüht wie ein Docht, erloschen: Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. Das Wild des Feldes preist mich, die Schakale und Strauße; denn ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten; das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen.
Jesaja 43, 14-21 (LB2017)
Liebe Geschwister der Kreuzgemeinde und der Hoffnungskirche!
Als das Volk Gottes in Babylon die Botschaft gesagt bekommt, dass sie nach Jahrzehnten heimkehren dürfen nach Israel, sind die Reaktionen gemischt. „Wirklich?“ – „Schön wär´s…“ – „Wann geht es los?“ – „Ich kann es nicht abwarten!“ – „Wir haben uns doch inzwischen an die Verhältnisse gewöhnt und kommen ganz gut klar, sollten wir nicht lieber bleiben, wo wir sind?“
„Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!“
Menschen sind unterschiedlich. Die einen lieben das Gewohnte und die darin empfundene Sicherheit, Die anderen lieben Neues und dessen Reiz. Das ist bei Christen und in der Gemeinde Jesu auch nicht anders. Was aber, wenn Gott Neues vorhat mit seinem Volk?
Gott knüpft immer an das Bisherige an, sein Handeln ist nicht geschichtslos, aber unser Herr bleibt auch nie beim Status Quo stehen. Der Geist Gottes will die Gemeinde Jesu immer neu lehren, wie das alte und ewige Evangelium heute in eine sich immer weiter verändernde Welt und Gesellschaft gesagt werden kann mit Worten und mit Taten.
„Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“
„Eine feste Burg ist unser Trott!“ Mit dieser oft unbewussten Haltung ziehen wir uns nicht selten in das Allzu-Gewohnte und in die Wiederholung der Vergangenheit zurück und übersehen leicht, wenn Gott etwas Neues mit uns vorhat. Im schlimmsten Fall übersehen wir es nicht nur, sondern wir verpassen es komplett und Gott kommt mit uns nicht zu seinen Zielen.
„Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“
Wege in der Wüste, wo der Wind die unermesslichen Sandmengen immer wieder verändert, gibt es eigentlich gar nicht; und woher soll Wasser in der Einöde kommen? Und doch sagt Gott beides seinem Volk bildhaft voraus und zu! Ihm ist nichts unmöglich, ER kann!
Wie oft fehlt uns einfach das Vorstellungsvermögen und die Glaubenserwartung, was Gott mit uns persönlich oder mit uns als Gemeinde noch vorhaben könnte? Wie will unser Herr mich und Dich weiter verändern und wie will er uns als Gemeinde weiter verändern und voranbringen?
„Herr, was willst Du, was wir tun sollen?“ – Mit Blick auf die Zukunft und die nächsten Schritte ist das die entscheidende Frage! Und wenn dabei etwas „Neues“ ins Blickfeld rückt? Wenn wir Gottes Rufen und Werben und Ziehen darin entdecken, dann dürfen wir uns von Herzen darauf einlassen! Denn SEINE neuen Wege sind immer Segenswege! Das durften auch die Israeliten im Exil in Babylon erfahren und tatsächlich zurückkehren ins verheißene Land in eine gesegnete Zukunft! Sie hätten richtig Großes verpasst, wenn sie nicht auf den Propheten Jesaja gehört hätten…
Steffen Kahl, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde Bremen, 11. Oktober 2026 (KW 42)