#Wochenbrief KW40 – Jesus nachfolgen: Schöne Aussichten oder Fitnesspfad?

Jesus nachfolgen: Schöne Aussichten oder Fitnesspfad?

Matthäus 28,16-20

16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa zu dem Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17 Als sie ihn dort sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. 18 Da ging Jesus auf seine Jünger zu und sprach: »Ich habe von Gott alle Macht im Himmel und auf der Erde erhalten. 19 Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden! Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! 20 Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!«

Liebe Leserinnen und Leser des Wochenbriefes. 

Wahrscheinlich habt ihr in Predigten über diesen bekannten Bibeltext schon oft die Aufforderung gehört, anderen von Jesus zu erzählen. Meine Predigt beleuchtet diesen Bibeltext von einer anderen Seite: Welchen großartigen Schatz hat Jesus uns hinterlassen, der jeden Menschen bereichert, der ihn entdeckt? 

Die Jünger trafen Jesus auf einem Berg, auf den er sie bestellt hat. Drei Jahre waren sie mit ihm unterwegs. Er hat ihnen eine vertraute Beziehung zum Vater im Himmel vorgelebt und sie in diese gleiche Beziehung eingeladen. Er hat ihr Leben mit seiner Liebe, Größe und Macht auf den Kopf gestellt. Er war nicht nur ihr Herr und Meister. Er wurde ihr Freund. 

Natürlich wollten sie ihn auf diesem Berg treffen. Vom Berg aus haben wir eine wunderbare Aussicht. Jesus hat auch wunderbare Aussichten für uns. Meistens wird das nur auf die Ewigkeit angewandt. Der Tod ist besiegt, Jesus ist auferstanden. Nach unserem Tod oder wenn Jesus wiederkommt, erwartet uns eine ewige Zukunft in einer nicht zu beschreibenden Herrlichkeit in Gottes Gegenwart.  

Nur in ferner Zukunft? Was ist mit unserem Alltag?
Gibt es für uns heute auch schon wunderbare Aussichten?
Es ist anstrengend, einen Berg zu besteigen. Kraft und Ausdauer sind dafür nötig. Und Weisheit, seine Kraft einzuteilen. Gleichzeitig gilt es, das Wetter im Blick zu behalten. Dafür braucht man jemanden, der Erfahrung hat und einen anleitet. Und es braucht Training. Wörtlich bedeutet das Wort „Jünger“ Schüler sein. Oder Auszubildender. Das werden wir nicht nur durch eine Abkehr vom Leben ohne Gott und eine Hinwendung zu Jesus, der uns mit dem Vater im Himmel in Verbindung bringt. Auch nicht nur durch die Taufe, in der wir Gottes „Ja“ zu uns erleben und „Ja“ zu dieser Beziehung sagen, um in Zukunft in seiner Gegenwart leben zu wollen. 

Die Taufe ist ein Startpunkt, immer mehr den zu entdecken, dem „alle Macht im Himmel und auf Erden“ gegeben worden ist. Bis ans Ende der Welt wird er mit uns sein und uns durch seinen Geist beibringen, wie wir diese Macht Jesu in unserem Leben erleben können. Er möchte Denken und Verhaltensweisen verändern, die uns und andere zerstören. So werden wir mitten in den Herausforderungen dieser Welt, in Unsicherheit, in Katastrophen und in unserer Unvollkommenheit immer mehr den Himmel schmecken. Dabei werden wir Jesus immer ähnlicher werden. 

Das sind schöne Aussichten. Erleben werden wir sie, wenn uns auf dem Fitnesspfad Jesu von ihm trainieren lassen. Dann werden wir zusammen viele wunderschöne Aussichten erleben. 

Euer zukünftiger Pastor Hartmut Grüger, Predigt am 27.9.26 über Mt. 28,16-20