#Wochenbrief KW11 08.03.2026 „Geliebt Liebe leben lernen (5): Gottes Liebe konkret erfahren (3) – Hindernisse -” 

Geliebt Liebe leben lernen (5): Gottes Liebe konkret erfahren (3)

 

– Hindernisse –

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Johannes 13, 34.35 (LB2017)

Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen. Apostelgeschichte 2, 46

Geht nun hin zu allen Völkern und ladet die Menschen ein, meine Jünger und Jüngerinnen zu werden. Matthäus 28, 19a (BasisBibel)

Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet. Johannes 15, 8 (NZB)

Liebe Leserinnen und Leser dieses Wochenbriefes!

Geistliches Wachstum und Nachfolge/Jüngerschaft durch Liebe untereinander gelingen besser in Stuhlkreisen als in Stuhlreihen. Durch gelebte Jüngerschaft multipliziert sich die Liebe und immer neue Kreise entstehen, in denen die Liebe Gottes gelebt wird. Das dürfen wir mit hundertausenden Gemeinden weltweit neu entdecken – auch in Bremen! Was will uns also daran hindern, aktiv und entschieden Jüngerschaft in kleinen Gruppen zu wollen und zu leben?

Mangelnde Motivation – Solange wir „glauben“ als „für-wahr-halten“ missverstehen und „Jesus nachfolgen“ und die Gemeinde Jesu nur eine „wichtige Nebensache unseres Lebens“ ist, werden wir die Bedeutung von geistlichem Wachstum, Nachfolge und Jüngerschaft falsch unterschätzen. Wer ernsthaft wachsen und reifen will im Glauben und in der Nachfolge Jesu braucht dafür gelebte Jünger-Gemeinschaft und den Willen, konkret biblische Erkenntnisse anzuwenden.

Mangelnde Prioritätensetzung – Wir leben in einer Multi-Options-Gesellschaft, d.h., wir haben zu jeder Zeit verschiedenste Möglichkeiten etwas zu tun. Allein die digitalen Angebote stellen eine überwältigende Fülle dar. Aber auch viele andere Optionen stehen uns täglich offen. Ohne bewusst Prioritäten zu setzen und Zeiten zu reservieren, werden wir nicht in der Lage sein, tägliche und wöchentliche Routinen einzurichten, die uns helfen, das, was wichtig ist, auch wirklich im Rahmen unserer zeitlichen Möglichkeiten umzusetzen. Ohne bewusste Prioritätensetzung wird geistliches Wachstum nicht gelingen können. Aber wer begreift was langfristig und nachhaltig wirklich wichtig ist, wird dem Jüngerschaft-Lernen entschieden Vorrang einräumen im Terminkalender.

Schlechte Erfahrungen – Manche Christen sind enttäuscht worden von anderen Christen oder auch von christlichen Gruppen und Kleingruppen. Verletzungen sind entstanden, Konflikte wurden unangenehm. Die Vorstellung, dass eine christliche Jüngergruppe von Liebe geprägt sein könnte und wirklich etwas bringen könnte, erscheint unwahrscheinlich. Wir dürfen schlechte Erfahrungen und Verletzungen mit Gottes Hilfe überwinden, damit wir uns neu einlassen können, auf den Segen christlicher Gemeinschaft.

Stolz – Wer hinter einer makellosen Fassade leben will, die die eigentlichen Probleme und Herausforderung des eigenen Lebens verbirgt, ist stolz. Man hat Angst, Schwächen zu offenbaren oder gar über eigene Sünden zu sprechen. Manchmal ist das verbunden mit einem falschen Selbstbild, dass sich selbst „im Großen und Ganzen für sehr OK“ hält. Das ist nicht selten verbunden mit dem Herabsehen auf andere, die offen mit ihren Herausforderungen umgehen. Wer stolz ist, meidet ehrliche Gemeinschaft.

Heute haben wir einige mögliche Hindernisse für Jüngerschaft betrachtet, nächste Woche beschäftigen wir uns mit den segenreichen Wirkungen von Jüngerschafts-Gemeinschaft. Diese verheißungsvollen Segenswirkungen machen Sehnsucht nach mehr!

 

 

Steffen Kahl-Gaertner, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde Bremen, 08. März 2026 (KW 11)