Leben mit Tiefgang (V):
Bei Jesus sein – im Gespräch mit ihm
„Betet unablässig!“
1. Thessalonicher 5, 17 (BasisBibel)
Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.
Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde.
Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott.
Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht.
Psalm 62, 6-9 (LB)
Liebe Leserinnen und Leser dieses Wochenbriefes!
Beten ist begleitet von wunderbaren Zusagen und Verheißungen Gottes! Betende finden immer wieder zu
Mut-machenden und Halt-gebenden Erkenntnissen wie wir sie z.B. in Psalm 62, 6-9 finden! Dennoch kann
sich in unser Beten eine lähmende Routine einschleichen oder eine gewisse Langeweile. Deshalb wollen
wir einige praktische und kreative Hinweise bedenken, die uns helfen können, dass unser Zugang zu den
Verheißungen des Gebetes „frisch“ bleibt.
Es kann eine Hilfe sein, einen Notizblock griffbereit liegen zu haben, um Gedanken aufzuschreiben, die
uns ablenken, wenn wir zu Stille kommen wollen. Dann vergessen wir z.B. nicht, woran wir später
unbedingt noch denken müssen. Oder wir können uns kurz notieren, welche Gedanken wir in der
Gebetszeit als inspiriert oder wegweisend empfunden haben. Es kann uns helfen, einen festen, ruhigen
Platz zum Beten zu nutzen und z.B. eine Kerze anzuzünden, um uns selbst ein Signal zu geben: „Jetzt
komme ich zur Ruhe“. Auch wenn wir allein sind, kann es eine große Hilfe sein, hörbar zu beten, damit
wir unsere Gedanken besser sammeln und zum Ausdruck bringen zu können. Eine hilfreiche Übung ist,
auch, eine Zeit lang in der Gebetszeit zu schweigen in der Gegenwart Gottes, um sich des
gegenwärtigen Herrn bewusst zu werden und zu versuchen zu hören, ob der Heilige Geist uns einen
Impuls gibt in unsere Anliegen und Fragen hinein.
Mit Bibelworten wie z.B. dem Vater Unser oder dem Psalm 23 zu beten hat schon vielen geholfen,
Vers für Vers innezuhalten, die grundsätzlichen Aussagen dieser biblischen Anleitung auf die konkreten
aktuellen Situationen anzuwenden und dann in diesem Sinne eigene Anliegen zu formulieren. Beten mit
verschiedenen Körperhaltungen wie Knien, Stehen, Liegen, Hände falten, Hände öffnen, Hände
und/oder Arme heben, Augen schließen, oder auch Tanzen wollen uns helfen, einen echten und vielleicht
neuen Ausdruck unseres Betens zu finden. Es kann eine große Hilfe zur Konzentration sein, schriftlich
zu beten, z.B. Briefe an Gott zu schreiben. Das Führen eines Gebetstagebuches hilft, zurückverfolgen
zu können, welche Gebets-Erhörungen ich erlebt habe oder welche Impulse – von Gott empfangen – ich
weiterverfolgen und umsetzen will. Lobpreis & Anbetung zu singen kann unsere persönliche Gebetszeit
ebenso bereichern (selbst musiziert oder mitgesungen zu einer Aufnahme) wie bewusst allein spazieren
zu gehen und zu beten.
Vorformulierte Gebete anderer zu nutzen kann uns helfen, Worte zu finden, wo sie uns fehlen oder ganz
bewusst die immer gleichen eigenen Gedanken aufzuweiten. Gebetspartnerschaften haben schon
vielen geholfen, sich konkret zum gemeinsamen Gebet oder zum zeitgleichen Gebet zu verabreden, um
die eigenen Gebets-Disziplin zu fördern.
„Betet unablässig!“ Bei allen Arten und Formen des Betens wollen wir nicht vergessen, dass das
„Amen“ zum Schluss nicht „Ende“ bedeutet, sondern „Doppelpunkt“: Ich bleibe „online“ mit Gott
verbunden, auch wenn ich nicht mehr bewusst zu ihm rede. Ich bete und lebe in seiner Gegenwart! Das
kennen wir ja von unseren Smartphones: Wir bleiben in der Funkverbindung, auch wenn wir gerade nichts
senden oder empfangen. Dennoch bleiben wir verbunden und sind jederzeit empfangsbereit oder
sendebereit! Ich wünsche uns frische Gebetserfahrungen mit Jesus – im Gespräch mit ihm!
Steffen Kahl, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde Bremen (30.03.2025 – KW14)