Leben mit Tiefgang (III) – Geistliche Übungen
Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe
und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.
Von ihm aus gestaltet der ganze Leib sein Wachstum,
sodass er sich selbst aufbaut in der Liebe –
der Leib, der zusammengefügt und gefestigt ist durch jede Verbindung,
die mit der Kraft nährt, die jedem Glied zugemessen ist.
Epheser 4, 15f. (LB2017)
Liebe Leserinnen und Leser dieses Wochenbriefes!
Heute wollen wir entdecken, wie uns konkrete geistliche Übungen unser Leben lang helfen, bei Jesus zu
sein und zu bleiben. Von Anfang der Christenheit haben sich bestimmte Übungen bewährt, die Christen
helfen, tatsächlich zu erleben, was es heißt: „Lasst uns wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das
Haupt ist, Christus.“ Es geht heute nicht darum, ob wir etwas über die genannten Übungen wissen,
sondern ob und wie wir sie tatsächlich praktizieren und welche Schritte wir konkret gehen wollen.
Beten
„Online“ leben: Die alles entscheidende Frage beim Beten ist nicht, ob ich es schaffe, z.B. 10 Minuten
für das Beten am Tag zu reservieren, auch wenn das hilfreich ist. Vielmehr ist entscheidend, dass mir
mehr und mehr bewusst wird, dass ich 24 Stunden am Tag in der Gegenwart von Jesus lebe und deshalb
immer mehr ständig „online“ mit ihm bin: „Betet unablässig!“ (1. Thessalonicher 5, 17, BasisBibel) Dabei
geht es nicht um fortdauerndes Reden, sondern um fortdauerndes Verbunden-Sein. Dazu können uns
dann auch bestimmte Übungen und besonders reservierte Zeiten helfen: Reden, Schweigen, hörendes
Beten, einzeln, gemeinsam, Lobpreis & Anbetung, Danken, Bitten, Fürbitten, Klagen und Fasten.
Welche dieser Übungen praktizierst Du? Was hilft Dir dabei? Welche geistlichen Übungen könntest Du
intensivieren? Welche ausprobieren?
Bibel
Durch die Bibel redet Gott zu uns. Diese Erfahrung teilen Milliarden von Christen in den letzten zwei
Jahrtausenden. Der Heilige Geist, der bei der Entstehung der Heiligen Schriften mitwirkte, ist der gleiche
Geist, der heute aktuell die Worte der Bibel zur Anrede Gottes an uns macht. Deshalb ist es so lohnend,
sich mit der Bibel zu beschäftigen, einzeln und gemeinsam: Bibellesen, Bibelarbeit, Hören auf die
Verkündigung des Wortes Gottes, biblische / geistliche Fortbildung aller Art (z.B. durch Bücher und
Zeitschriften und auch durch die neuen Medien), auswendig lernen: Bei all‘ dem machen wir
Erkenntnisgewinn für Kopf und Herz. Und dann gilt: „Auf das Hören, folgt das Handeln!“ Entscheidend für
unser geistliches Wachstum ist die Frage: „Wieviel Einfluss geben wir der Bibel auf unser
Leben?“ Alles Mögliche und Unmögliche prasselt in der Mediengesellschaft von morgens bis abends auf
uns ein und prägt uns, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Dabei ist doch für unser Leben mit Gott
unverzichtbar wichtig: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Psalm 119,
105) Ohne Gottes Wort durch die Bibel ist geistliches Wachstum nicht möglich – aber im Hören auf
Gottes Wort erschließt sich eine nie versiegende Kraftquelle unseres Lebens.
Geistliche Gemeinschaft
„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das
Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.“ (1. Johannes 1, 7) Geistliche Gemeinschaft
ist etwas anderes als seelische Gemeinschaft oder Gemeinschaft von Menschen, die sich besonders
schätzen. Allzu leicht verwechseln wir die menschlich-allzu-menschliche Gemeinschaft in einer Gemeinde
– eine relativ oberflächliche „Wohlfühl-Gemeinschaft“
– mit der geistlichen Gemeinschaft mit Tiefgang.
Wenn wir mit Jesus in unserer Mitte rechnen und so miteinander reden, beten, und arbeiten, dann
bekommt jede geistliche Übung der Gemeinschaft eine tiefe Bedeutung, wie z.B. der Gottesdienst, die
Kleingruppe, die Zweierschaft oder die Beichte. Je ehrlicher wir mit Jesus leben, desto authentischer
werden wir uns in die geistliche Gemeinschaft einbringen. Ganz persönliches Vertrauen können wir nur
mit wenigen teilen, aber die geistliche Gemeinschaft, die uns verheißen ist, schafft viel mehr als ein
oberflächliches Zusammensein wie z.B. in einem Verein oder in einer Nachbarschaft: „Wo zwei oder drei
in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18, 20). Wenn wir uns auf
eine solche geistliche Gemeinschaft einlassen, wird sie uns im Laufe der Zeit unweigerlich zum weiteren
Wachstum in der Jüngerschaft verhelfen.
Steffen Kahl, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Kreuzgemeinde Bremen (09.03.2025 – KW11)